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Lange
galten die Albaner in Westeuropa als "unbekanntes
Volk". Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt das kommunistische
Regime in Tirana das Land von der Außenwelt abgeschottet. Auch
wenn es (Gruppen-)Tourismus nach Albanien gab, so hatten doch
die Einwohner des kleinen Staates an der Adria kaum ein
Möglichkeit, das Land zu verlassen. Andererseits wurden die
vielen tausend Gastarbeiter aus dem seit 2008 unabhängigen Kosova (so heißt das Kosovo bei
den Albanern) und Makedonien, von denen viele bereits vor
dreißig Jahren zu uns kamen, gar nicht richtig wahrgenommen,
weil man sie der Gruppe der Jugoslawen zuordnete.
Erst
als der Zusammenbruch des Kommunismus und der Zerfall von Titos
Jugoslawien Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine
große Zahl von albanischen Flüchtlingen aus Albanien und dem
ehemaligen Jugoslawien in den Westen trieb, begann man die
Albaner hierzulande (und nicht immer positiv) wahrzunehmen.
Eigentlich
wieder wahrzunehmen. Denn es waren vor allem Forscher aus
Deutschland und Österreich , die um die Mitte des 19.
Jahrhunderts die Albanologie als Wissenschaft begründeten, und
ein umfänglicher Bestand an volkskundlicher und Reiseliteratur
beweist, dass dieses uralte, geheimnisvolle Balkanvolk auch noch
in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beträchtliches
Interesse genoss.
Auch
Karl Mai, der das Land der Skipetaren selber nie bereist hat,
wird seine (allerdings nicht besonders gründlichen) Kenntnisse
über die Albaner aus diesen Quellen bezogen haben.
Hier finden Sie eine
Auswahl albanologischer Studien aus zwei
Jahrhunderten.
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